Vulkan, Vulkane und Vulkanismus

Vulkane, Vulkanismus und die Folgen von Vulkanausbrüchen

von Ulrike Köhler

3.2. Lava

Die flüssige, relativ fließfähige Lava ergießt sich auf die Flanken des Vulkanes und folgt meist einer bereits vorhandenen Talmulde. Schmelztemperaturen der Laven hängen von ihrer Zusammensetzung ab und liegen zwischen 1.200°Celsius für basaltische und 900°Celsius für rhyolitische Laven. Leichflüssige, wenig viskose Laven können eine Geschwindigkeit von mehreren Zehner km/h, in Ausnahmefällen sogar 75 km/h erreichen. Man hat bei einer Breite des Lavastromes von 100 Metern und einer Mächtigkeit von einigen Zehner Metern eine Länge von 50 Kilometern gemessen, es sind darüber hinaus auf Island ein Lavastrom von 96 km Länge und im Gebiet des Columbia River im Nordwesten der USA ein 160 Kilometer langer Lavastrom bekannt.
Die beiden wichtigsten Lavatypen tragen hawaiianische Namen:

Pahoehoe-Lava, auch als Strick-, Seil- oder Wulstlava bezeichnet, ist heiß und dünnflüssig, beim Abkühlen an der Oberfläche erstarrt sie zu einer relativ glatten Fläche. Wird Pahoehoe-Lava durch Wasser abgekühlt, so bildet sich die so genannte Kissenlava.

Aa-Lava, die langsamer fließend und kühler ist, bildet eine raue Kruste, die oft in scharfkantige Blöcke bricht.

Je nachdem, ob die Lava mehr oder weniger viskos ist, entscheidet sich ihre Gefährlichkeit für den Menschen. Während man natürlich einem Lavastrom, der sich mit nur wenigen Kilometern pro Stunde bewegt, mühelos ausweichen kann, können die schnell fließenden Pahoehoe-Laven durchaus unerwartet über eine Siedlung hereinbrechen.

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